Bezirksorganisation Horn

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ÖBB-Personenkassen vor unmittelbarer Schließung

Die SPÖ NÖ ging vor zwei Wochen im Landtag bezüglich ihres ursprünglichen Antrags zur Sicherung des Weiterbestandes der ÖBB Personenkassen mit der ÖVP NÖ einen Kompromiss ein, wonach auf ein regional ausgewogenes Netz an Bahnhaltestellen mit besetzten Personenkassen zu achten sei. Diese Woche sieht schon wieder alles ganz anders aus. Denn lediglich die Standorte in St. Pölten, Wiener Neustadt und am Flughafen Wien/Schwechat sollen in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. Für LHStv. Franz Schnabl ein nicht zu akzeptierendes Vorhaben: „Zehn weitere Standorte werden zu Postpartnern bzw. Bahnhofsgreißlern umgewandelt, was unwiderruflich eine Verschlechterung für die niederösterreichischen BahnkundInnen darstellt. Dasselbe blüht den Standorten in Amstetten, Baden, Klosterneuburg, Krems, Mödling und Tulln, sollte sich das Land NÖ nicht finanziell daran beteiligen. Einerseits erwarten wir uns hier von der ÖBB – nachdem im Rahmen des Verkehrsdienstevertrages Millionen an Förderung fließen – mehr Bereitschaft zur Beibehaltung der Personenkassen, und anderseits vom zuständigen Landesrat Schleritzko ein Aufbäumen. Der Servicecharakter ist für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher enorm wichtig und muss unbedingt erhalten bleiben. Denn das geplante Vorhaben ist nach meinem Verständnis nach alles, nur kein regional ausgewogenes Netz an Bahnhaltestellen mit besetzten Personenkassen!“

Insbesondere für ältere Menschen im ländlichen Raum würden die Schließungen zu einem riesen Problem werden, sagt Schnabl, der gleichzeitig auch die Verkehrspolitik in NÖ in Frage stellt: „Will man nun den öffentlichen Verkehr attraktivieren oder ihn weiter ausdünnen und das Angebot verschlechtern? Der Umstieg vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr kann nur durch einen Ausbau von selbigem geschehen und nicht durch Schließungen von Personenkassen quer durch das Land. Viele ältere Menschen sind in diesem Zusammenhang auf den persönlichen Kontakt angewiesen und kommen mit Automaten nicht zurecht – was will die ÖVP dem ländlichen Raum nach Post und Bank noch alles nehmen?“

Abschließend betont Schnabl, dass sich das Land NÖ dafür stark zu machen habe, dass den Menschen in Niederösterreich auch weiter ein qualitativ hochwertiges und serviceorientiertes Angebot beim öffentlichen Verkehr geboten werden kann: „Das ständige Rufen nach der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs darf keine leere Worthülse bleiben. Gegebenenfalls hat sich das Land an etwaigen Kosten zu beteiligen. Wir fordern hier vehement dazu auf, sich noch einmal an einen Tisch zu setzen und über die Vorhaben, Personenkassen querfeldein schließen zu wollen, zu verhandeln!“